Achtung Achtung!

Die ESH hat nun eine neue eigene Plattform (abrufbar im Menü unter "Enthinderung"). Auf absehbare Zeit wird jene Plattform aktueller gestaltet sein als diese hier.

Freiheitsberaubung durch Psychopharmaka oder Unterbringung

Dieses Thema ist schwierig und wenn hierzu eine Interessenvertretung einer weithin stigmatisierten Bev├Âlkerungsgruppe wie die ESH klare Position bezieht wird dies leicht als "hysterisch" empfunden oder gleicherma├čen herablassend bel├Ąchelt wie es auch gegen├╝ber Autisten und ihren Interessensbekundungen generell immer wieder passiert, gerade wenn sie ├Ąu├čerlich seltsam wirken. Die meisten Mitmenschen sind sich ├╝ber die Tragweite dieses Themas nicht ansatzweise bewu├čt, dies mu├č man wohl als Tatsache akzeptieren. Ebenso wie Haltungen der Art, da├č alleine schon eine hergestellte Verbindung einer Person zu Psychiatrie nicht selten zu einer erheblichen Reduzierung der zwischenmenschlichen Achtung f├╝hrt und das auch sehr oft gerade bei Personen, die nahezu t├Ąglich in diesem Bereich zu tun haben. Oft mitgetragenes Unrecht stumpft ab. Um eine kleine Einordnung zu erm├Âglichen seien zun├Ąchst einige Textpassagen von verschiedenen Internetseiten zitiert:

Zwangserleben hinterl├Ąsst meist tiefe Spuren an der Seele:

Zitat:
"Vor der Urteilsverk├╝ndung am 15. Juli 1988 sagte meine Frau, sie f├╝hlt sich im Sinne der Anklage als nicht schuldig. Sie kann es als m├╝ndige B├╝rgerin der DDR nicht verstehen, dass ein Udo Lindenberg aus der BRD das Recht genie├čt, mit Herrn Honecker Briefe und Geschenke auszutauschen, und wir als m├╝ndige B├╝rger dieses Staates nicht das Recht haben, eine Antwort auf unser Ausreiseanliegen zu bekommen. Wir werden zu drei Jahren und zwei Monate Gef├Ąngnis verurteilt. Meine Frau kommt in das gef├╝rchtete Frauenzuchthaus Hoheneck bei Stollberg im Erzgebirge und ich nach Brandenburg.
Wochenlang wartete ich auf ein Lebenszeichen von meiner Frau. Ich verstehe nicht, dass sie mir nicht antwortet. Drei Briefe im Monat d├╝rfen wir uns schreiben. Schlie├člich am 1. September erfahre ich von einem Beamten, dass meine Frau mit einem Nervenzusammenbruch im Haftkrankenhaus Leipzig-Meusdorf liegt. Ich habe die Eltern von meiner Frau dar├╝ber informiert, sie wollen sie besuchen, sie werden abgewiesen. Erst zehn Tage sp├Ąter erhalten sie eine Erlaubnis meine Frau zu besuchen. Blass, abgemagert und ├Ąngstlich kommt sie auf ihre Eltern zu. Sie sagt immer ÔÇ×Mutti, ich habe alles falsch gemacht. Mutti, du ahnst nicht, was im Gef├Ąngnis los ist. Ich war mit M├Ârderinnen in einer Zelle, die mich beschimpft und bespuckt haben.ÔÇť
Was ist mit ihr los, sie war doch immer so tatkr├Ąftig und optimistisch und nun steht sie zitternd vor ihnen. Sie sagt: ÔÇ×Am Anfang habe ich die Medikamente immer ausgespuckt, weil ich sonst nicht mehr klar denken konnte. Aber ich verspreche euch, ich nehme sieÔÇť. Sie stand unter Psychopharmaka. Nach neun Wochen kommt meine Frau als ÔÇ×gesunde StrafgefangeneÔÇť zur├╝ck ins Zuchthaus Hoheneck. Zuvor haben die Eltern meiner Frau in zwei Briefen den Chefarzt im Haftkrankenhaus Leipzig-Meusdorf Dr. J├╝rgen Rogge flehentlich gebeten sich ihrer Tochter anzunehmen und alles zu tun, um Haftverschonung f├╝r sie zu erreichen. Nicht einmal eine Antwort haben sie erhalten.
Im Fr├╝hjahr 1991 kann sich Dr. Rogge nicht mehr an meine Frau erinnern. Erst nach Einsicht der Akten kann er den ÔÇ×FallÔÇť beurteilen. Der Psychiater: ÔÇ×Bevor Frau Kersten zu uns verlegt wurde, erhielt sie in Hoheneck sehr hohe Dosen an schweren Psychopharmaka, die dreifache Menge dessen, was in akuten Erregungszust├Ąnden ├╝blich ist. Sie hat sich schnell erholt". Einen Antrag auf Haftverschonung h├Ątte er nicht begr├╝nden k├Ânnen. Sie war gesund. Sie musste zur├╝ck nach Hoheneck. Die Schuld trifft die Justiz.

Eine gebrochene Frau

Mitte November 1988 kommen meine Frau und ich in die Abschiebehaft der Stasi nach Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz). Wir sind von Bonn freigekauft worden. Ich darf ohne Aufsicht mit meiner Frau sprechen. Sie ist weggetreten und klagt immer nur: "Ich habe mein Land verraten. Ich habe alles falsch gemacht. Ich komme nicht r├╝ber, die Kinder werde ich nie wiedersehen". Meine beruhigenden Worte erreichen sie nicht. Ich wiederhole was die Stasi versprochen hat: "Jessica und Mandy werden vor Weihnachten wieder bei uns sein."
Am 25. November 1988 werden wir noch mit acht anderen H├Ąftlingen von zwei Stasi-Offizieren zum Bahnhof begleitet. Morgens um halb sieben setzt sich der Zug Richtung Gie├čen in Bewegung. "Wir fahren ohne die Kinder, ich kann mich noch gar nicht so richtig freuen ", sagt meine Frau. Im baden-w├╝rttembergischen Kirchentellinsfurt kommen wir in einem Hotel unter, das Verwandten geh├Ârt. Unterdessen k├╝mmert sich meine Mutter in Stendal um die Papiere der Kinder. Meine Mutter will die Kinder in ihre neue Heimat begleiten. Meine Frau muss sich in ├Ąrztliche Behandlung begeben, Dr. Braun diagnostiziert eine schwere reaktive Depression. Es gibt nur ein Heilmittel, dass schnelle Wiedersehen mit den Kindern. Meine Frau erz├Ąhlt mir, dass sie vergebens darum gebeten hat, in eine andere Zelle verlegt zu werden. Aus Protest zerschlug sie einen Spiegel und wurde deshalb in eine Arrest-Zelle im Keller gesperrt und ans Bett gefesselt. Mit Spritzen und Tabletten wurde ihr Widerstand gebrochen.
Jeden Tag telefoniere ich mit meiner Mutter in Stendal. Dann die erl├Âsende Auskunft: Am 18. oder 19. Dezember 1988 gehe es los. Die Kinder s├Ą├čen schon aufgeregt auf ihren Koffern. Wieder ein Anruf, die Papiere der Kinder seien noch nicht fertig. Die Beh├Ârden versicherten, dass es endg├╝ltig am 21. Dezember klappe. Am sp├Ąten Vormittag des 21. Dezember trifft aus Stendal ein Telegramm ein: Die Anreise am 21.12. nicht m├Âglich, da Papiere noch nicht vollst├Ąndig. Weihnachten ohne die Kinder. Meine Frau wird immer stiller. Ich versuche sie zu tr├Âsten, kann aber wenig helfen. Wir machen einen langen Spaziergang. Am Abend bem├╝ht sich meine Frau ein festliches Essen zuzubereiten. Es ist gegen 22 Uhr, als sie sagt: ÔÇ×Ich gehe mal eben hoch.ÔÇť Zehn Minuten sp├Ąter will ich nach ihr sehen. Meine Frau ist aus dem Fenster im dritten Stock gesprungen. Sie ist
sofort tot."


Quelle: http://www.mdr.de/damals-in-der-ddr/ihre-geschichte/1542256.html

Solche F├Ąlle in unserem aktuellen Staat ge├Ąchteter und in breiter Weise als Unrecht erkannte Instrumentalisierung von Methoden der Psychiatrie veranschaulichen welche Folgen diese f├╝r Menschen haben k├Ânnen, die nicht nach heutigen Ma├čst├Ąben psychisch auff├Ąllig wurden oder zu unfreiwilligen Minderheiten z├Ąhlten. Diese Folgen sind jedoch gleicherma├čen vorhanden bei solchen auch heute noch geringgesch├Ątzten und oft weniger gewissenhaft behandelten Personengruppen.

├ťbersicht zu freiheitsentziehenden Ma├čnahmen:

Zitat:
"Beispiele f├╝r freiheitsentziehende Ma├čnahmen sind:

  • Anlegen von Hand- bzw. Fu├čfixierungen
  • Anlegen von Bauchgurten, wenn keine M├Âglichkeit f├╝r den Pflegebed├╝rftigen besteht, diese selbst zu l├Âsen oder l├Âsen zu lassen
  • Fixieren von Pflegehemden
  • Aufstellen von Bettgittern
  • Sicherheitsgurt am Stuhl, wenn keine M├Âglichkeit f├╝r den Pflegebed├╝rftigen besteht, diese selbst zu l├Âsen oder l├Âsen zu lassen
  • Aus├╝bung psychischen Drucks
  • Wegnahme von Schuhen und Kleidung
  • Psychopharmakagabe ohne oder gegen den Willen des Pflegebed├╝rftigen.

[...]
Zustimmung des Pflegebed├╝rftigen zu einer freiheitsentziehenden Ma├čnahme
Eine freiheitsentziehende Ma├čnahme ist nicht widerrechtlich, wenn der Pflegebed├╝rftige in die Ma├čnahme wirksam eingewilligt hat. Ein Pflegebed├╝rftiger kann nur wirksam einwilligen, wenn er ├╝ber den ma├čgeblichen nat├╝rlichen Willen verf├╝gt und einsichtsf├Ąhig ist. Dabei kommt es nicht auf die Gesch├Ąftsf├Ąhigkeit, sondern auf die nat├╝rliche Einsicht- und Urteilsf├Ąhigkeit des Pflegebed├╝rftigen an. Der Pflegebed├╝rftige muss die Bedeutung und Tragweite seiner Entscheidung erkennen k├Ânnen. Die Einwilligung bezieht sich jeweils auf die konkrete Situation. Der Pflegebed├╝rftige kann die Einwilligung jederzeit widerrufen. Verliert der Pflegebed├╝rftige infolge einer Erkrankung die nat├╝rliche Einsichtsf├Ąhigkeit, ist auch seine vorher gegebene
Einwilligung nicht mehr wirksam.
Die wirksame Einwilligung des Pflegebed├╝rftigen sollte in der Pflegedokumentation festgehalten werden. In Zweifelsf├Ąllen kann es ratsam sein, vom behandelnden Arzt in regelm├Ą├čigen Zeitabst├Ąnden die Einsichts- und Urteilsf├Ąhigkeit schriftlich best├Ątigen zu lassen.

Rechtfertigender Notstand

Freiheitsentziehende Ma├čnahmen k├Ânnen ausnahmsweise und f├╝r kurze Zeit unter den Voraussetzungen des rechtfertigenden Notstandes (┬ž 34 Strafgesetzbuch) zul├Ąssig sein, wenn keine Einwilligung zu erzielen ist. Dies trifft dann zu, wenn der Pflegebed├╝rftige in einer gegenw├Ąrtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr f├╝r Leben, K├Ârper, Freiheit oder Eigentum sich oder andere gef├Ąhrdet. Ziel ist es dabei, die Gefahr von sich oder anderen abzuwenden. Dabei muss bei Abw├Ągung der widerstreitenden Interessen das gesch├╝tzte Interesse das Beeintr├Ąchtigte wesentlich ├╝berwiegen. Als H├Âchstgrenze einer Fixierung ohne richterliche Genehmigung ist die Frist nach ┬ž 128 Strafprozessordnung anzusehen, danach ist die richterliche Entscheidung sp├Ątestens am Tag nach dem Beginn der freiheitsentziehenden Ma├čnahme herbeizuf├╝hren."

Quelle: http://www.mdk.de/media/pdf/Anleitung_amb_10112005.pdf

Psychopharmakagabe kann eine freiheitsentziehende Ma├čnahme sein, also auch Freiheitsberaubung. Auch Angeh├Ârige k├Ânnen sich theoretisch strafbar machen und sich der Gefahr von Freiheitsstrafen aussetzen, wenn sie derartige Ma├čnahmen bei Autisten mittragen. Gerichte urteilen hierbei unterschiedlich. In vielen F├Ąllen kommt es jedoch praktisch zu keiner juristischen Aufarbeitung, weil die jeweiligen Autisten unterschwellig und unausgesprochen allgemein oft als vogelfrei und minderwertiges Leben betrachtet werden und die Eigenvertretung auch in gerade den nicht seltenen F├Ąllen von unverantwortlicher und dauerhaft schlechte nicht barrierefreie Lebensbedingungen verdeckender Vergabe von Arzneien durch ebendiese von Kindheit an beeintr├Ąchtigt wird. Zudem verst├Ąrken die oft erheblichen Nebenwirkungen das Bild einer Person, die "bematscht" ist, was dann jedoch oft wieder als Beleg f├╝r die davon unabh├Ąngige Verfasstheit einer Person betrachtet wird.

Zur weiteren Veranschaulichung ein Beispiel: Eine alte Person, die man zuhause bis ans Lebensende in ein Zimmer einsperrt kann ebenso schlecht eine Strafverfolgung in eigenem Interesse einleiten.

Ausz├╝ge aus der EU-Charta f├╝r autistische Menschen:

Zitat:
  1. "Das Recht autistischer Menschen auf ein Leben in Freiheit ohne Furcht und ohne Bedrohung durch eine Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik oder eine andere geschlossene Anstalt.
  2. [...]

  3. Das Recht autistischer Menschen auf ein Leben ohne missbr├Ąuchlichen Einsatz von Medikamenten."

Quelle: http://auties.net/charta

Kurzer Anri├č leider noch immer aktueller Zust├Ąnde:

Zitat:
"Sp├Ątestens seit den 1968er Jahren gibt es auch in der Bundesrepublik so etwas wie eine Behinderten-Emanzipations-Bewegung: Einmal nehmen seither die Behinderten ihr Leben und die Vertretung ihrer politischen Interessen immer mehr in die eigene Hand; und zum anderen haben die Verantwortlichen f├╝r die Institutionen f├╝r Behinderte und Pflegebed├╝rftige (also f├╝r Heime, Anstalten und Gro├čkran-kenh├Ąuser) mit der Deinstitutionalisierung begonnen, was sich in Verkleinerung, Dezentralisierung, Regionalisierung und teilweise auch Ambulantisierung ihrer Einrichtungen ausdr├╝ckt. Diese Feststellung ist wichtig; denn sie besagt, dass wir, auch die Institutions-Verantwortlichen (von den Heimleitern ├╝ber die Wohlfahrtsverb├Ąnde bis zu den Sozialministern) l├Ąngst mit dem Prozess der Deinstitutionalisierung begonnen haben. Allerdings tun sie dies bisher nur halbherzig, nur so, dass es ihren gesund-egoistischen Interessen nicht weh tut, dass kein Heim in seiner Existenz bedroht ist, dass sie ihre Schmerzgrenze nicht ├╝berschreiten. Wenn ich also bei meinen zahlreichen Heim-Beratungen sehe, dass 20 % oder 40 % der Bewohner auf der Stelle in eine eigene Wohnung mit ambulanter Betreuung ziehen k├Ânnen und dass die Behinderung eines solchen Umzugs Freiheitsberaubung und Geiselnahme bedeutet, den Rechtsstaat verh├Âhnt, so gibt mir der jeweilige Heimleiter in der Regel zwar nicht ├Âffentlich, wohl aber unter vier Augen sofort Recht. Nicht ohne hinzuzuf├╝gen: ÔÇ×Aber was soll ich denn machen, gehe ich mit der Belegung um 20 % herunter, ohne wieder aufzuf├╝llen, kann ich Konkurs anmelden; damit alleingelassen, kriege ich das nicht hin.ÔÇť Und so muss man sich nicht wundern, dass trotz der gleichzeitig fortschreitenden Deinstitutionalisierung die Verheimung von Menschen weiter zunimmt, und zwar nicht nur der Pflegebed├╝rftigen und Altersdementen (das w├Ąre ja demographisch verst├Ąndlich), sondern auch der Behinderten, was nach dem Bedarf v├Âllig absurd ist. Dies bleibt aber zumindest so lange so, wie jeder clevere Unternehmer, wenn er nur ein paar formale Kriterien erf├╝llt, sich auf dem Markt des Heimwesens nach Belieben bedienen kann
und f├╝r den Bedarf selber sorgt ÔÇô Rechtsstaat hin oder her.

[...]

Vergabe von Psychopharmaka in Heimen

Auf der einen Seite, und dies w├Ąre einen eigenen Vortrag wert, ist es der Einsatz von Psychopharmaka. Ich erinnere mich schon lange nicht mehr an einen Heimbewohner, der diese Medikamente nicht erhalten w├╝rde. Dabei leiden sie zumeist nicht unter akuten psychotischen St├Ârungen oder depressiven Symptombildungen, die einer Behandlung bed├╝rften oder der Notwendigkeit einer gezielten Rezidivprophylaxe. Psychopharmaka in Heimen werden - dies ist jetzt eine verk├╝rzte Darstellung ÔÇô weitgehend eingesetzt zum Zwecke der Verhaltensmodifikation. Die Bewohner sind in der Enge des Heimes leichter handhabbar, bereiten geringere Schwierigkeiten und lehnen sich weniger gegen die Unterbringung auf. Dies ist eine Problematik, sicher nicht exklusiv f├╝r psychisch Kranke in Heimen, sondern sie trifft nach meinem Kenntnisstand ÔÇô und hier├╝ber gibt es einige Literatur ÔÇô auch f├╝r andere Heimformen zu.

Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die Arbeit von Frau Wilhelm-G├Â├čling aus Hannover ├╝ber Neuroleptika in Pflegeheimen. Offensichtlich ist es schwer, in Heimen ohne exzessive Gaben von Psychopharmaka auszukommen. Dabei ist eine freie Arztwahl in der Regel eine Fiktion. In fast allen Einrichtungen gibt es enge Kooperationen zwischen Heim und psychiatrischen Kliniken bzw. dort t├Ątigen ├ärztinnen und ├ärzten. In einem mir bekannten Heim wird die Arztwahl v├Âllig aufgehoben, weil das Heim eigene ├ärzte angestellt hat. Bereits in der Heimordnung wird der Zwang zur psychiatrischen Behandlung, das hei├čt auch zur Medikation festgeschrieben. Wenn ich die Klagen von Heimbewohnern, die mir im Laufe der Jahre zu Ohren gekommen sind, gewichten sollte, dann hielte ich diesen Aspekt der Zwangs- oder Beinahe-Zwangsmedikation f├╝r einen ganz zentralen."

Quelle: http://www.behindertenbeauftragter-niedersachsen.de/broschueren_bblni/pi...

Vergleichbar verantwortungs- und gedankenlos werden gerade fr├╝hdiagnostizierte Autisten dauerhaft mit Arzneien "versorgt". Auch nur die Zeit genauer nachzudenken "haben" ├ärzte oft nicht. Solche Verschreibungen sind einfach, die realen Problemfelder im Lebensumfeld von Autisten auszumachen hingegen f├╝r NA wohl ├╝berhaupt nur teilweise m├Âglich. Alle Personen im Umfeld von Autisten sollten daher stets wachsam bleiben und sich Rat bei anderen Autisten holen, z.B. in unseren Foren. Das sollte nicht nur immer erst passieren, wenn "die H├╝tte brennt". Wenn das der Fall ist sind oft schon derartig viele Dinge schiefgegangen, da├č sich die Situation nur schwer und mit gro├čer Ausdauer f├╝r alle Beteiligten (auch die um Rat ersuchten Autisten) halbwegs entwirren l├Ą├čt. Zudem ist es nie gut f├╝r die Autisten und deren Vertrauen in ihr Umfeld, wenn man es ├╝berhaupt so weit kommen l├Ą├čt.