Achtung Achtung!

Die ESH hat nun eine neue eigene Plattform (abrufbar im Menü unter "Enthinderung"). Auf absehbare Zeit wird jene Plattform aktueller gestaltet sein als diese hier.

Schulprobleme - AG Schule der ESH

Eine besondere HĂ€ufung von FĂ€llen verzeichnet die ESH im Bereich der Schule. Autistische Kinder sind von barrierehaltigen Schulen ĂŒberfordert, das dortige Personal versteht nicht was Autismus ist. Besonders verantwortungsvolle Eltern, die ihre Kinder zu ihrem Schutz aus solchen Schulen nehmen, werden gedrĂ€ngt ihre Kinder gemĂ€ĂŸ der Schulpflicht wieder in die Schule zu schicken, obwohl die Bedingungen dort nicht als geeignet bezeichnet werden können. Was passiert dann erst mit autistischen Kindern, die kaum engagierte oder interessierte Eltern haben?

Autistische Kinder können unter diesen UmstĂ€nden schlecht den Unterricht verfolgen, werden depressiv, Ă€ußern Suizidabsichten oder werden aufgrund der unzumutbaren UmstĂ€nde physisch tĂ€tlich. In ExtremfĂ€llen reicht das von verhĂ€ngten Geldstrafen bis hin zu Versuchen von Behörden den Eltern das Sorgerecht zu entziehen, um dann ĂŒber die autistischen Kinder ohne adĂ€quates Wissen ĂŒber Autismus verfĂŒgen zu können - eine Horrorvorstellung fĂŒr Personen, die wissen, was das dann praktisch bedeutet.

FĂŒr all diese FĂ€lle hat die ESH den Anspruch auch hier einen Durchblick zu bekommen. Aber die Bildung ist in Deutschland LĂ€ndersache, die Schulpflicht föderal geregelt - was an sich auch gut ist, nur eben fĂŒr eine bundesweit agierende Interessenvertretung auch praktische Probleme mit sich bringt.

ErzĂ€hlt eure Erfahrungen, wendet euch mit aktuellen Problemem an uns ĂŒber das Kontaktformular oder agschule (Ă€t) enthinderung.de (keine Form in der Anfrage erforderlich)

Schulhelfer sind aktuell ein gerne verwandtes Instrument Autisten einen Schulbesuch zu ermöglichen. Aber Schulhelfer lösen die Probleme nicht, die sind eher soetwas wie ein LeibwĂ€chter, der vor Diskriminierungen schĂŒtzt - solange er eben da ist, nicht selbst merkwĂŒrdige Vorstellungen meint eigenmĂ€chtig umsetzen zu mĂŒssen oder sich fĂŒr die Entlastung ĂŒberforderter LehrkrĂ€fte einspannen lĂ€sst. Und Schulhelfer sind fast nie dauerhaft da, sondern nur wenige Stunden.

Die ESH nimmt im Moment nicht Partei fĂŒr ein bestimmtes Modell fĂŒr Beschulung oder Bildung von Autisten. Da Autisten aber nach unserer Erfahrung oft barrierefrei schriftlich am freiesten kommunizieren können, ist es naheliegend andere Wege zu suchen, einige Ideen:

  • Eine Online-Beschulung fĂŒr Autisten ĂŒber das Internet (Autisten können sich auch und gerade dort ein soziales Umfeld barrierefrei erschließen, Schulen verweisen gerne manchmal auf diesen vermeintlich auch bei allen Autisten so zutreffenden Faktor) WeiterfĂŒhrende Seiten: http://auties.net/schule
  • Das Angebot an Autisten sich in einem SchulgebĂ€ude jederzeit ungehindert selbst aus der Klasse bewegen zu können und in einen nahen Raum zu gehen (Schulen haben oft einen gewissen Leerstand an RĂ€umen, das kann bei der Erstellung der StundenplĂ€ne entsprechend berĂŒcksichtigt werden), in dem der Unterricht per Kamera ĂŒbertragen wird oder entsprechende Aufgaben bereitgestellt werden. Bei so einem Modell könnte der Lehrer bei Stillarbeit in der eigentlichen Klasse dann in den anderen Raum gehen um nach dem / den Autisten zu schauen.
  • Eine Mischung von Heim- oder Online-Unterricht mit Teilunterricht in PrĂ€senzschulen.

Hier gibt es auch ein Flugblatt als Basisinformation fĂŒr Schulpersonal (spĂ€ter vielleicht auch mehrere): http://autismus.ra.unen.de/topic.php?id=2162

Ideen und Anregungen können natĂŒrlich auch gerne unter der oben genannten Emailadresse mitgeteilt werden.