Achtung Achtung!

Die ESH hat nun eine neue eigene Plattform (abrufbar im Menü unter "Enthinderung"). Auf absehbare Zeit wird jene Plattform aktueller gestaltet sein als diese hier.

Auticare hintertreibt Anliegen barrierefreier fernschriftlicher Kommunikation

Im Auftrag des Bundessozialministeriums wurde fĂŒr den 22.1.2015 eine Veranstaltung organisiert, zu der auch wir eingeladen wurden. Daraufhin teilten wir der Organisation mit, daß und warum Vor-Ort-Veranstaltungen fĂŒr uns nicht barrierefrei zugĂ€nglich sind. Also wurde in diesem Fall ein Onlineforum eingerichtet, damit ein Dialog mit uns im Rahmen des "Dialogforums "MobilitĂ€t und Engagement"" möglich wĂ€re. Trotz Einladung an alle Teilnehmer der Veranstaltung nahm außer der ESH an diesem Onlineforum niemand teil - abgesehen von Auticare (erster Beitrag nach dem Veranstaltungsdatum). Somit war wahrscheinlich aufgrund dieser Ausgrenzung auch kaum möglich zu wissen, worum genau es auf der Veranstaltung ging und welchen Verlauf die Diskussionen nahmen.

Nach einigem Überlegen sind wir der Ansicht, daß der aktuelle Vorfall so schwerwiegend ist, daß er hier genauer dargestellt werden muß (nebenbei ist auch der dort von Auticare praktizierte Kommunikationsstil eine genauere Betrachtung wert, da die autistische Interessenvertretung schon immer mit "sich auffĂ€llig nichtautistisch verhaltenden Autisten" zu tun hat, die sich stĂ€ndig beleidigt fĂŒhlen, etc., siehe hierzu auch den Versuch einer Differenzierung von vier Autistentypen). In der Folge wird der komplette Verlauf von ESH und Auticare-BeitrĂ€gen im Onlineforum dieser quasi öffentlichen Veranstaltung domumentiert:

Dialogforum Eingangsbeitrag wrote:
FĂŒr das erste Dialogforum "MobilitĂ€t und Engagement" schlagen wir die unten stehenden Diskussionspunkte vor. Alle Stichworte sind nur Beispiele fĂŒr mögliche Diskussionsthemen. Die Themen können beliebig erweitert oder verworfen werden. Uns kommt es darauf an, die Debatte möglichst realistisch abzubilden.

Wir freuen uns auf Ihre BeitrÀge!

FĂŒr das Oberthema MobilitĂ€t und Engagement schlagen wir folgende Diskussionspunkte vor:

ZugÀnge zum Engagement schaffen

(Stichworte: gesellschaftliche MobilitĂ€t und Teilhabe durch Ehrenamt und Engagement erhöhen, Engagementbegleitung fĂŒr Menschen mit Behinderung und psychischer BeeintrĂ€chtigung, Abbau von HĂŒrden in Kommunen, VerbĂ€nden und Organisationen, Qualifikation in der Engagementberatung, Freiwilligenmanagement in Organisationen)

MobilitÀt am Wohnort und im öffentlichen Raum

(Stichworte: Barrierefreiheit öffentlicher GebĂ€ude, Straßen, Wege und PlĂ€tze, Barrierefreiheit im öffentlichen Personenverkehr, KfZ-Hilfe, Finanzierung von Assistenzleistungen außerhalb des Arbeitslebens, moderne Technologien und digitale Lösungen als MobilitĂ€tshilfen fĂŒr hör-, seh- und sprachbehinderte Menschen, barrierefreies Internet, Projekte zur Verbesserung der MobilitĂ€t von Menschen mit Behinderung und psychischer BeeintrĂ€chtigung)

Barrierefreie Kommunikation

(Stichworte: Einsatz von Leichter Sprache und Deutscher GebĂ€rdensprache, technische Kommunikationshilfen fĂŒr hör-, seh- und sprachbehinderte Menschen, psychische und andere Barrieren)


ESH (deutlich vor dem Veranstaltungsdatum) wrote:
Zitat:
gesellschaftliche MobilitÀt erhöhen

Was das im Zusammenhang mit Engagement meint, ist mir glaube ich nicht klar. Bildung als begĂŒnstigende Voraussetzung fĂŒr gesellschaftlich und politisch gestaltendes Engagement?
Zitat:
Teilhabe durch Ehrenamt und Engagement erhöhen

In Bereich der Autisten ist die Ausgrenzung aus Entscheiderzirkeln ein deutliches Problem. Autisten stellen nach aktuellen Zahlen 1% der Bevölkerung dar, es ist aber völlig unklar wie Autisten z.B. ein Bundestagsmandat barrierefrei ausĂŒben könnten, obwohl statistisch reprĂ€sentativ gesehen ungefĂ€hr ein halbes Dutzend Autisten vertreten sein mĂŒĂŸten:

http://autisten.enthinderung.de/barrieren_gremienarbeit

Zitat:
Engagementbegleitung fĂŒr Menschen mit Behinderung und psychischer BeeintrĂ€chtigung

Da wir Autisten vertreten, ist es nicht meine Aufgabe dazu etwas beizutragen.
Zitat:
Abbau von HĂŒrden in Kommunen, VerbĂ€nden und Organisationen

In Bezug auf Autisten sind es ersteinmal ĂŒberall weitgehend dieselben Barrieren, durch die die ausgrenzende Gesellschaft separiert. Zuallererst Kommunikationsbarrieren. Ich sehe weniger Probleme gegenĂŒber der Verwaltung, die sich an gewisse Regeln zu halten hat. Ganz schlimm sind z.B. auch WohlfahrtsverbĂ€nde und dergleichen, die angeben fĂŒr Behinderte zu sprechen.
Zitat:
Qualifikation in der Engagementberatung, Freiwilligenmanagement in Organisationen

Was das angeht mĂŒssen Autisten Wege finden gemĂ€ĂŸ autistischer Kultur soetwas zu organisieren. Soetwas entwickelt sich im wesentlichen erst mit der massenhaften Verbreitung des Internets. Nichtautistische Gruppenstrukturen scheinen teilweise grob ungeeignet zu sein und wir mĂŒssen uns ersteinmal selbst davon befreien. Leider arbeiten dem noch praktisch alle kolonialisierenden MĂ€chte mit sehr viel Mitteln entgegen.

Es ist zu hoffen, daß dies vor einem jederzeit möglichen eugenischen Völkermord gegen Autisten gelingt, fĂŒr den die juristischen Voraussetzungen bereits geschaffen sind.

Zitat:
Barrierefreiheit öffentlicher GebĂ€ude, Straßen, Wege und PlĂ€tze

Nach gleichberechtigter barrierefreier Kommunikationsmöglichkeit und Einbeziehung in alle gesellschaftlichen AblĂ€ufe ist auch dieser Punkt einer, in welchem Verbesserungen möglich sind. Hier ist auch bessere Zusammenarbeit mit anderen behinderten Minderheiten erforderlich. Es kann nicht sein, daß Blindenvertreter aus Machtwahrungsdenken lieber Autisten nicht gleichberechtigt einbeziehen, wenn es darum geht Elektroautos mit kĂŒnstlichen GerĂ€uschen zu versehen.

Da die Barrieren fĂŒr Autisten nicht einfach zu verstehen sind, ist hier keine abschließende Erörterung angemessen, bis nicht tatsĂ€chlich eine relevante Diskussion zu diesem Punkt stattfindet. Wer es nachlesen will, findet dazu auf unserer derzeit lĂ€dierten Homepage genauere Informationen.

Zitat:
Einsatz von Leichter Sprache

Wir sehen die sogenannte Leichte Sprache eher kritisch in der heutigen Form. Die Worttrennungen z.B. sind kĂŒnstlich geschaffene HĂŒrden, die unnötig neue exklusierende Muster und RĂ€ume schaffen. Das könnte man alles besser machen.

ESH (kurz nach der Vor-Ort-Veranstaltung) wrote:

Zitat:
Zitat:
Engagementbegleitung fĂŒr Menschen mit Behinderung und psychischer BeeintrĂ€chtigung

Da wir Autisten vertreten, ist es nicht meine Aufgabe dazu etwas beizutragen.

Da sich hier niemand sonst beteiligte (eine weitere Gelegenheit also ohne jede Kommunikation mit anderen Vertretern) noch eine ErklÀrung zu meinem Kommentar oben.

Den Begriff "Menschen mit Behinderung" betrachten wir als diskriminierend, weil er sprachlich nicht vereinbar mit dem sozialen Behinderungsmodell ist. Ebenso ist der Begriff "psychische BeeintrĂ€chtigung" zumindest in Bezug auf Autisten nicht passend, da die Behinderung von Autisten darauf zurĂŒckgeht, daß wir anders veranlagt sind als die Bevölkerungsmehrheit und diese unsere MinderheitenbedĂŒrfnisse nicht berĂŒcksichtigt, indem wir aus Entscheiderkreisen exkludiert werden (sieht man hier ja auch wieder, es ist wichtig nicht nur Kommentare verfassen zu kommen, sondern Dialoge zu fĂŒhren). Das ist keine BeeintrĂ€chtigung im Sinne einer Personeneigenschaft, wie es manchmal als Ersatz fĂŒr das widerlegte medizinische Behinderungsmodell formuliert wird.

Mehr dazu: http://autisten.enthinderung.de/distanzierungen


Auticare (gestern) wrote:
Autisten sind in dem Dialogforum ausdrĂŒcklich willkommen und wir waren fĂŒr Auticare auch vor Ort. Dort war nichts zu spĂŒren von abwertendem Verhalten. Alle Beteiligten (Behinderte - wie auch immer man das definiert, Organisationen und Vertreter der Politik) haben auf angenehme Weise auf Augenhöhe diskutiert. Von daher kann von Ausschluss keine Rede sein. Viele haben sogar ein außerordentliches Interesse am Thema Autismus gezeigt und es wurde vor allem auch in den Pausen ausfĂŒhrlich ĂŒber das Thema gesprochen

ESH wrote:
[X], wenn du diese Barrieren nicht so erlebst, dann ist das völlig in Ordnung. Aber wenn du nun so tust, als gĂ€be es fĂŒr viele Autisten diese Barrieren bei Vor-Ort-Veranstaltungen nicht, dann ist das eine Selbstdisqualifikation von deiner Seite her, die viel weiteres Leid fĂŒr Autisten nach sich zieht, die in dem Punkt anders sind als du. Du stehst in der Verantwortung das jederzeit auch klarzustellen, wenn du auf solche Veranstaltungen gehst, statt hier das ganze Gegenteil zu tun und den Anschein zu erwecken als gĂ€be es diese Barrieren fĂŒr Autisten gar nicht.

Bitte distanziere dich deutlich von dieser diskriminierenden Einstellung!


Auticare wrote:
Erstens weiß ich nicht, warum du immer und ĂŒberall wo du auftauchst die Menschen angreifen musst. Damit ist ein konstruktives GesprĂ€ch nicht möglich und du disqualifizierst dich als GesprĂ€chspartner. Zweitens habe ich mit keinem Wort geschrieben, dass alles in Ordnung ist. Ich habe lediglich klargestellt dass auch nicht alles nur negativ ist, wie du es immer und ĂŒberall verbreiten willst. Die Welt ist nun einmal nicht schwarz und weiß. Es gibt auch Grautöne. Als hör bitte auf mich sofort wieder anzugreifen und zu beleidigen. Unterlass bitte deine unqualifizierten Unterstellungen.

ESH wrote:
Du schriebst da oben etwas von Willkommensein und davon, daß von Ausschluß keine Rede sein könne, obwohl wie du hier lesen kannst und vermutlich auch wissen dĂŒrftest wieder einmal deutlich wird, wie Autisten von solchen Veranstaltungen ausgegrenzt werden, fĂŒr die diese Barrieren entsprechend hoch sind. Das ist wie ein Schlag in mein Gesicht und du solltest dich schĂ€men in dem Gestus hier aufzutreten, aber das ist offensichtlich zu viel verlangt.

Es ist die reine Heuchelei sich nach so einem Aussetzer von dir her auch noch darĂŒber zu mockieren, daß ganz klar benannt wird, das das so nicht geht.


Auticare wrote:
Wenn wir ausgegrenzt worden wĂ€ren, hĂ€tte man uns wohl kaum aktiv zu der Veranstaltung eingeladen. Ich weiß nicht woher du den Habitus hast, immer und ĂŒberall auf alle (verbal) einprĂŒgeln zu mĂŒssen. Weißt du eigentlich, was du damit fĂŒr einen Schaden anrichtest? Niemand nimmt dich inzwischen mehr ernst, da eine sinnvolle Diskussion mit dir nicht möglich ist. Nur leider fĂ€rbt das auch auf andere ab.Wo du hinkommst hinterlĂ€sst du verbrannte Erde, weil sich keiner mehr mit dir auseinandersetzen will und ich tue das jetzt auch nicht mehr. Es tut mir leid, egal wie sehr ich mich bemĂŒhe, aber ich kann deine verbalen Entgleisungen einfach nicht mehr ernst nehmen. Du kannst nicht auf der einen Seite permanent Toleranz einfordern und auf der anderen Seite nicht bereit sein, dies auch anderen zu gewĂ€hren. So funktioniert das Spiel nicht. Toleranz ist etwas das allen zusteht.

Wir sind sogar im Vorfeld gefragt worden, was fĂŒr BedĂŒrfnisse wir haben und was wir benötigen um barrierefrei an der Veranstaltung teilnehmen zu können. Du jedoch knĂŒppelst hier auf einer Veranstaltung rum die du nicht beurteilen kannst, weil du nicht da warst. Wenn dir dein Ansatz so wichtig ist, warum warst du dann nicht da?


ESH wrote:
Zitat:
Wenn wir ausgegrenzt worden wÀren, hÀtte man uns wohl kaum aktiv zu der Veranstaltung eingeladen.

So nach dem Motto "Rollstuhlfahrer wurden nicht ausgegrenzt, weil sie zu der Veranstaltung im 5. Stock im Haus ohne Fahrstuhl aktiv eingeladen wurden"?
Zitat:
Wenn dir dein Ansatz so wichtig ist, warum warst du dann nicht da?

Ich glaube es nicht ...