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Schwangere als Behinderte einstufen - Minderheitendiskriminierung beenden

25.9.08: Manchmal muß man wohl ungewöhnliche Wege einschlagen um effektiv zu wirken. Das BegriffsverstĂ€ndnis von "Behinderung" ist heute ĂŒberwiegend pathologisch gefĂ€rbt. Dieses VerstĂ€ndnis ist jedoch an sich eine Diskriminierung und steht der Integration von "Behinderten" schon von Seiten ganz grundlegender Denkmuster entgegen. Behindert - das sind irgendwelche KrĂŒppel oder Bematschten. Behindert sind andere, Menschen die man in der Regel nicht kennt. Zumindest fĂŒr einen großen Teil der Bevölkerung.

Deswegen sollte es sinnvoll sein Schwangere kĂŒnftig als Behinderte einzustufen. Nicht aus Chauvinismus oder um Schwangerschaften zu pathologisieren (wer dies als Pathologisierung auffasst, der entlarvt ein eigenes chauvinistisches BehinderungsverstĂ€ndnis), sondern im Gegenteil um diskriminierende WillkĂŒr bei der Festlegung, ob etwas eine Behinderung ist oder nicht, abzuschaffen und den Behinderungsbegriff auch innerhalb der Bevölkerungsmehrheit langfristig zu entpathologisieren.

Maßnahmen, die mit Schwangerschaften zu tun hĂ€tten, wĂŒrden somit kĂŒnftig in Töpfe umstrukturiert, die unter dem Begriff der Behinderungsausgleiche bezeichnet werden. Dies mĂŒsste so vorgenommen werden, daß keine Frau die medizinische Leistungen wegen einer Schwangerschaft möchte, darum herumkommt sich selbst zur Erlangung der Maßnahmen als behindert zu bezeichnen, so wie es auch Autisten oder Eltern von Autisten zugemutet wird. FĂŒr die Bewilligung von Leistungen sollten ggf. dieselben Sachbearbeiter zustĂ€ndig sein wie fĂŒr jetzige "Behindertenmittel".

Zitat:
"SGB9 § 2 Behinderung

  1. Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige FĂ€higkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit lĂ€nger als sechs Monate von dem fĂŒr das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeintrĂ€chtigt ist. Sie sind von Behinderung bedroht, wenn die BeeintrĂ€chtigung zu erwarten ist."

http://bundesrecht.juris.de/sgb_9/__2.html

Diskussion im Forum: http://autismus.ra.unen.de/topic.php?id=2077