Achtung Achtung!

Die ESH hat nun eine neue eigene Plattform (abrufbar im Menü unter "Enthinderung"). Auf absehbare Zeit wird jene Plattform aktueller gestaltet sein als diese hier.

Schwerbehinderung

Umfrage zum Stand der EinfĂŒhrung elektronischer Versorgungsamtsakten

Eigentlich könnte man davon ausgehen staatliche Stellen wĂŒrden verantwortlich mit extrem sensiblen Daten wie Versorgungsamtsakten umgehen. Leider sieht die RealitĂ€t derzeit so aus, daß staatliche Stellen völlig ĂŒberfordert mit der Datensicherheit in elektronischen Systemen sind. Dieses Problem ist die letzten Jahre auch nicht geschrumpft, sondern eher gewachsen. Einerseits weil Hacker ihren Vorsprung immer weiter ausbauen, andererseits aber auch, weil staatliche Stellen unverdrossen weiter massenweise Daten in EDV-Systeme schaufeln, die eine Verbindung zum Internet besitzen.

Um den aktuellen Stand abschÀtzen zu können hat die ESH alle Datenschutzbeauftragten der deutschen BundeslÀnder zum Stand in Sachen elektronischer Versogungsamtsakte befragt.

BewerbungsgesprÀche und Autismus

Immer wieder gibt es die Frage, ob man als Autist einen Schwerbehindertenstatus bei einer Bewerbung angeben muß oder es sollte. Man muß nicht, spĂ€testens seit dem AGG:

Schwangere als Behinderte einstufen - Minderheitendiskriminierung beenden

25.9.08: Manchmal muß man wohl ungewöhnliche Wege einschlagen um effektiv zu wirken. Das BegriffsverstĂ€ndnis von "Behinderung" ist heute ĂŒberwiegend pathologisch gefĂ€rbt. Dieses VerstĂ€ndnis ist jedoch an sich eine Diskriminierung und steht der Integration von "Behinderten" schon von Seiten ganz grundlegender Denkmuster entgegen. Behindert - das sind irgendwelche KrĂŒppel oder Bematschten. Behindert sind andere, Menschen die man in der Regel nicht kennt. Zumindest fĂŒr einen großen Teil der Bevölkerung.

Mehrfachanrechnung nach SGB9 §76

Die zustĂ€ndigen Arbeitsagenturen können Behinderten eine Mehrfachanrechnung bezĂŒglich der Behindertenpflichtplanstellen in einem Unternehmen zugestehen. Diese Einstufung kann auch nĂŒtzlich fĂŒr die Zahlung von Kindergeld fĂŒr erwachsene Behinderte sein, ist jedoch keine zwingende Voraussetzung dafĂŒr. Die Kriterien sind im Gesetz wie folgt geregelt (§§ 76 und 72):

Merkzeichen H

“H” bedeutet hilflos. Autisten steht es seit Inkrafttreten der neuen Rechtsgrundlage VersMedV im Jahr 2009 bei GdS ab 50 bis zum 18. Geburtstag gemĂ€ĂŸ VersMedV Anlage zu §2, Teil A, 5 d) bb) zu, danach wird individuell geprĂŒft:

Zitat:
“Bei tief greifenden Entwicklungsstörungen, die fĂŒr sich allein einen GdS von mindestens 50 bedingen, und bei anderen gleich schweren, im Kindesalter beginnenden Verhaltens- und emotionalen Störungen mit lang andauernden erheblichen Einordnungsschwierigkeiten ist regelhaft Hilflosigkeit bis zum 18. Lebensjahr anzunehmen.”

Merkzeichen RF

“RF” bedeutet rundfunkgebĂŒhrenbefreit. Autisten erfĂŒllen die Voraussetzungen fĂŒr RF, wenn sie wegen ReizĂŒberflutung, daraus entstehendem Leiden und UnfĂ€higkeit der Veranstaltung halbwegs zu folgen nicht in der Lage sind öffentliche Veranstaltungen unter zumutbaren Bedingungen zu besuchen. In den meisten BroschĂŒren steht, daß dies fĂŒr alle Veranstaltungen gelten muß, was jedoch von der Rechtsprechung nicht geteilt wird und somit eine Falschinformation ist. Aus einem Urteil hierzu, das sinngemĂ€ĂŸ Aufschluß ĂŒber die anzulegenden MaßstĂ€be gibt:

Merkzeichen B

“B” bedeutet, daß man das Recht hat kostenlos eine Begleitperson mit sich zu fĂŒhren, was in vielen öffentlichen Verkehrsmitteln (die Kriterien sind weiter gefasst als bei der Wertmarke) aber auch in vielen Museen, SchwimmbĂ€dern und vergleichbaren Einrichtungen gilt.

Die gesetzliche Definition der Voraussetzungen lautet wie folgt:

Zitat:
“SGB9 § 146 Persönliche Voraussetzungen

Merkzeichen G

“G” steht fĂŒr gehbehindert und umfasst nicht nur Probleme mit dem Gehen an sich, sondern auch mit der OrientierungsfĂ€higkeit und Hemmnisse wegen empfindlicher Wahrnehmung und ReizĂŒberflutung (inneres psychisches Leiden). Relevant ist auch, daß die Person sich sicher und ohne unzumutbares Leiden im stĂ€dtischen Straßenverkehr (unabhĂ€ngig vom eigenen Wohnort) fortbewegen kann.

Merkzeichen

Im Feststellungsverfahren kann nicht nur ĂŒber den GdB entschieden werden, sondern auch ĂŒber sogenannte Merkzeichen. Das sind Feststellungen des Anspruchs auf besondere Nachteilsausgleiche. Die fĂŒr Autisten interessanten Merkzeichen werden hier hier in den Unterkapiteln folgend abgehandelt (rechts im MenĂŒ anklicken).

GdB

Je höher der GdB-Wert, desto mehr steigt auch der individuelle Steuerfreibetrag (Pauschbetrag) wegen außergewöhnlichen Belastungen fĂŒr
Behinderte an:

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