Achtung Achtung!

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Autisten und das Stockholm-Syndrom

Menschen wollen menschlich behandelt werden. Wenn das nicht der Fall ist, neigen sie dazu es sich einzubilden. Eine besondere Beziehung besteht dabei logischerweise stets zu Personen, die in das eigene Leben hineinwirken. Das gilt unter UmstĂ€nden auch fĂŒr solche, die eigentlich etwas mit uns machen, das uns nicht zusagt. Seien es Geiselnehmer, hoffnungslos rĂŒckschrittliche Therapeuten oder Eltern.

Außenstehenden, denen lediglich deren Übergriffe berichtet werden, bleibt verborgen, daß auch der grĂ¶ĂŸte Verbrecher menschliche Seiten besitzt, die vielleicht sogar hier und da symphatisch sind. Das Verbrechensopfer ist dem TĂ€ter in einer bestimmten Klasse von FĂ€llen menschlich nah, sucht Sicherheit und menschliche Bezugspersonen.

Diskriminierung unfreiwilliger Minderheiten im Alltag ist aufgrund ihrer hĂ€ufig lebenslangen Dauer ein schweres Verbrechen. Wer kann es aus sich heraus schaffen, ein bedeutenderes Maß von Grausamkeiten an sich selbst zu ertragen ohne das Grauen zu verdrĂ€ngen, zu verharmlosen? Dazu braucht es stabile menschliche Bezugspunkte, die viele Autisten nicht haben.

Autisten sind als bis heute stark diskriminierte Minderheit hĂ€ufig am Stockholm-Syndrom erkrankt, was diese einzelnen Autisten daran hindert ihre Interessen sinnvoll zu vertreten oder auch nur halbwegs zu erkennen, welchem breiten Unrecht sie ausgesetzt sind. Symptom ist eine auffĂ€llige HĂ€ufung von Standpunkten unter Autisten, wonach doch eigentlich alles ganz gut wĂ€re wie es ist. Sicher, alles kann noch schlimmer sein. Wer mit glĂŒhenden Eisen gefoltert wird, der hat es noch relativ gut, schließlich könnte es schlimmer sein. Der Sklave hat Angst vor der Abschaffung der Sklaverei, der Unsicherheit des Verlassens der gewohnten Rolle. Diese Sklaven gab es damals tatsĂ€chlich, sie sind keine Erfindung. Auch sie waren erkrankt am spĂ€ter so benannten und beschriebenen Stockholm-Syndrom einer tendentiell eher weiten Definition, die auch sehr langfristig erworbene Verbrechenstraumata einschließt.

Dieses treibt auch ĂŒber aktives Eintreten gegen Rechte und Barrierefreiheit fĂŒr die eigene Minderheit hinaus hochgradig absurde BlĂŒten, etwa wenn Autisten selbst sogar Morde an anderen Autisten durch deren eigene Eltern in ihrer Verwerflichkeit relativieren, indem VerstĂ€ndnis fĂŒr sie geĂ€ußert wird. Es sei ja schon schwer mit "uns Autisten". Diese Symptomatik trifft man auch bei anderen Personen an, die gemeinhin als menschlicher Abfall betrachtet werden und nur euphemistisch anders bezeichnet werden: "Das enteignete Bewußtsein plappert die Argumente der Heimleitung nach ..." Der Sklave rĂŒgt seinen Mitsklaven, welcher ungehorsam gegenĂŒber dem Besitzer war und teilt ihm mit, daß seine Bestrafung durch 40 Peitschenhiebe völlig gerechtfertigt gewesen sei. Verkehrte Welt. Kranke Seelen.

Damit muß Schluß sein.

Am Stockholm-Syndrom erkrankte Autisten können fĂŒr die Dauer ihrer UnpĂ€sslichkeit keine verantwortliche BetĂ€tigung in der Interessenvertretung von Autisten ausĂŒben. DafĂŒr bitten wir um VerstĂ€ndnis. Helfende TĂ€tigkeiten an diese zu vergeben, ist jedoch möglich. Bei der Suche nach geeigneten Psychologen ist die ESH diesen Autisten aber jederzeit gerne behilflich.