Achtung Achtung!

Die ESH hat nun eine neue eigene Plattform (abrufbar im Menü unter "Enthinderung"). Auf absehbare Zeit wird jene Plattform aktueller gestaltet sein als diese hier.

Schwarzbuch

HĂŒrde Nr.1: Verweigerte barrierefreie Kommunikation

In einer Zeit, in der selbst Unternehmen ihren Firmenkunden ungerne wichtige Vereinbarungen zur praktischen Umsetzung der vertraglichen Zusammenarbeit schriftlich aushĂ€ndigen (es könnte ja anderen Kunden zugespielt werden, bei denen intern etwas anders gehandhabt wird) und auch in manchen Behörden gerne möglichst viel mĂŒndlich besprochen wird, um nicht gleich jede Aussage gerichtsfest abwĂ€gen zu mĂŒssen und weil man es eben so gewohnt ist, haben es Menschen nicht immer leicht selbststĂ€ndig im Alltag zu bestehen, die nur schriftlich kommunizieren können.

Diskriminierung im Bildungswesen

Allgemein ist im Bildungswesen, in Kindergarten, Hort, Schule, Ausbildung, Hochschule, Volkshochschule, dem zweiten Bildungsweg und öffentlichen Bibliotheken die strukturelle Diskriminierung von Autisten durch NichtberĂŒcksichtigung ihrer MinderheitenbedĂŒrfnisse ebenso wie in anderen Bereichen gesellschaftlichen Lebens an der Tagesordnung.

Chancen und Risiken einer frĂŒhen Diagnostik

FrĂŒhe Diagnostik wird heute oft ausschließlich positiv gezeichnet. Diese Darstellung geht wie selbstverstĂ€ndlich davon aus, daß die Kenntlichkeit der Zugehörigkeit zu einer Minderheit die Lage einer Person verbessert. Diese Annahme ist jedoch wider jede praktische Erfahrung in einer Situation gesellschaftlicher Diskriminierung.

Schwarzbuch der Diskriminierung von Autisten

Autismus ist ein PhĂ€nomen. Ähnlich unbegreiflich wie ein Mysterium. Diese Seite des Autismus ist ein dankbares Thema. VerdrĂ€ngt wird aus diesem Blickwinkel, der etwas jahrmarktartiges an sich hat, jedoch oft unter welchen menschenunwĂŒrdigen Bedingungen Autisten gezwungen sind tagtĂ€glich in ihrem Alltag zu bestehen. Solche, die faktisch entmĂŒndigt in Heimen oder vergleichbaren Situationen zu leben genötigt werden und auch solche, die sich mehr oder weniger eigenstĂ€ndig inmitten der ĂŒbrigen Bevölkerung durchschlagen.

Soziohistorische Einordnung

Fortschrittsglaube ist ein wesentliches Merkmal der sich industrialisierenden Regionen europĂ€ischer PrĂ€gung. Von diesem LebensgefĂŒhl abgeleitet nimmt noch der heutige EuropĂ€er hĂ€ufig an, daß „frĂŒher“ nahezu alles schlechter und unmenschlicher war als es zu seiner Zeit der Fall ist. Dies reicht von einem bis zur Unkenntlichkeit verzerrten Bild des heute vielsagend so genannten „Mittelalters“ bis hin zur Annahme, daß es „Behinderten“ frĂŒher viel schlechter ging. Doch technische Fertigkeiten eines Kulturraums sind nicht identisch mit der QualitĂ€t menschlichen Daseins an sich.

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